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Die Bücher von Wolfgang Hohlbein


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Background Januar 2008
Die Hohlbein'sche Arbeitsweise auf dem Prüfstand

Wolfgang Hohlbein in einem Egmont Verlagsprospekt

Immer wieder gibt es Gerüchte, Wolfgang Hohlbein würde nicht alle seine Bücher selber schreiben. Stimmt. hohlbein.net berichtet in einem Mehrteiler, wie seine Bücher wirklich zustande kommen.

Es ist so eine Sache mit der Produktivität. Da gibt es Autoren wie Michael Ende (Die unendliche Geschichte), die pro Tag etwa eine halbe Seite schreiben oder Schriftsteller wie Jack London (Der Seewolf), die sich ein tägliches Pensum etwa von 100 Zeilen vornehmen oder auch Literaten wie Thomas Mann (Tod in Venedig), die zu festgelegten Tageszeiten ihre Einfälle zu Papier bringen. Wie auch immer: Selten schaffen Autoren mehr als einen großen Roman und einige kleinerer Texte pro Jahr.

Es sei denn, es sind Getriebene. Männer und Frauen, die das Tageslicht scheuen und im Schein flackernder Kerzen mit fliegender Hand ihre Einfälle zu Papier bringen. Autoren, die so tief in ihre Geschichte eintauchen wie Zuschauer in einen Film, und dann nur noch zu notieren brauchen, was sie vor ihrem inneren Auge sehen. Hochbegabte, die nicht um Formulierungen ringen müssen sondern wie von selbst Satz für Satz herunterspulen.

Der exakt 50 Jahre vor Hohlbein geborene Georges Simenon war so ein Autor. Rund 400 Werke werden ihm zugerechnet, darunter 85 Maigret-Romane. In den ersten Jahrzehnten seines Schaffens wurde Simenon von Literaten nicht wirklich ernst genommen, hatte er doch zunächst wie am Fließband Heftromane verfasst. Später dann jedoch wurde sein literarisches Werk zunehmend von Kollegen wie auch der Öffentlichkeit anerkannt, es folgte Verfilmungen wie DIE KATZE mit Simone Signoret und Jean Gabin in den Hauptrollen. Die "Romane Simenons sind bevölkert von den Dämonen seiner inneren Welt", schrieb Die Zeit, und urteilt: "Simenon ist ein Gigant der Literatur".

Ohne den Vergleich überstrapazieren zu wollen, gibt es hier doch viele Parallelen zu Wolfgang Hohlbein. Über ihn schrieb Die Zeit: "Hohlbeins sind Bestseller". Und wie Simenon hat auch Hohlbein mit Heftromanen begonnen, bevor er sich an größere und ausgefeiltere Werke wagte. Während Simenon als der Gigant französischer Kriminalliteratur gilt, gilt Hohlbein als der Wegbereiter neuer deutscher Phantastik mit einer für dieses Genre fast unerreichbaren Weltauflage von derzeit 35 Millionen Büchern.

Der Grund für den Erfolg der beiden ansonsten sehr verschiedenen Autoren liegt nicht zuletzt daran begründet, dass sie das Handwerk des Schreibens im Heftroman lernten. Erfolgreiche Heftautoren können solide durchkonstruierte Geschichten in kürzester Zeit auf einer vorgegebenen Anzahl von Seiten zu Papier bringen, eine Fähigkeit, die schon etlichen Autoren beim späteren Verfassen dicker Wälzer geholfen hat.

Simenon galt zu seiner Zeit genauso als Vielschreiber wie es Hohlbein in unserer Zeit gilt. Und das nicht zu Unrecht. Im besten Fall brauchen Autoren wie Simenon und Hohlbein nur wenige Wochen, um einen Roman zu Papier zu bringen.

Dass davor in der Regel eine Zeit intensiver Planung vorangeht, versteht sich von selbst. Im Gegensatz zu vielen Kollegen plant und recherchiert Wolfgang Hohlbein seine nächsten Stoffe allerdings parallel zu dem, an dem er aktuell arbeitet. "In sehr intensiven Schreibphasen klinke ich mich aber auch schon mal von allem anderen aus", erläutert er, "um dann in jeder wachen Stunde an dem Stoff zu arbeiten, der mich gefangen nimmt. Eine solche Phase dauert allerdings seltener als zwei Wochen".

Zwei Wochen dann, in denen er schon mal die Hälfte eines umfangreichen Romans zu Papier bringt. "Es gibt auch Stoffe, die ich nicht alleine schreibe", so Hohlbein, "zum Beispiel dann, wenn Spezialwissen von einem befreundeten Autor mit einfließt. Oder auch, wenn ich zusammen mit einem anderen Autor wie Bernhard Hennen (Das schwarze Auge, 1993), Dieter Winkler (Enwor, seit 1999) oder Frank Rehfeld (Charity, ab 2008) einen Plot entwickele."

In diesen Fällen sorgt er dann dafür, dass der entsprechende Autor in angemessener Form auf oder im Buch erwähnt wird. Der Hauptschwerpunkt seines Schaffens liegt allerdings auf Romanen, die er entweder ganz alleine verfasst - oder zusammen mit seiner Frau entwickelt. "Mit meiner Frau Heike läuft die Zusammenarbeit seit Märchenmond nach dem gleichen Schema", erläutert Hohlbein. "Wir denken uns die Geschichten gemeinsam aus, zu Papier bringe ich sie dann allerdings immer alleine."

Auch mit seiner Tochter Rebecca, die als eigenständige Kinder- und Jugendbuchautorin sehr erfolgreich ist, hat er schon öfters zusammengearbeitet (z.B. Fluch der Karibik). "Dabei ergänzen wir uns allerdings nicht nur beim Ausdenken der Geschichten, sondern auch beim Schreiben."

Der Bericht über Wolfgang Hohlbeins Arbeitsweise wird fortgesetzt

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